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Antennentechnik 1.Einleitung Durch die Einführung neuer
Mobilfunknetze (GSM/PCN) hat in den letzten Jahren eine sprunghafte Entwicklung
auf dem Gebiet des Mobilfunks eingesetzt. Weltweit ist die Zahl der Teilnehmer
auf über 150 Millionen gestiegen. Bild 1 zeigt eine Übersicht der
Mobilfunkdienste in Deutschland sowie der ver-wendeten Frequenzbereiche. Durch den wachsenden Ausbau
der Mobilfunknetze werden die Anforderungen an die verwendeten Antennen immer
höher: – streng definierte
Abstrahlcharakteristik für eine möglichst genaue Funknetzplanung – erhöhtes Augenmerk auf
die Intermodulationsfestigkeit aufgrund der Abstrahlung – vieler
HF-Trägerfrequenzen über eine Antenne – Doppelpolarisation – elektrische Absenkung des
Vertikaldiagramms – unauffälliges Design 2. Theorie Antennen sind Wandler
zwischen einer leitungsgeführten Welle und einer Frei-raumwelle. Sie empfangen
elektromagnetische Wellen und geben sie an einen Empfänger weiter bzw. strahlen
elektromagnetische Wellen ab, die von einem Sender erzeugt wurden.
Grundsätzlich sind die Eigenschaften von passiven Antennen für den Sende- und
Empfangsfall gleich (Reziprozität). Vom Anschluß her erscheint eine Antenne als
Zweipol, obwohl sie in Wirklichkeit ein Vierpol ist. Der nicht an einer
HF-Leitung liegende Anschluß der Antenne ist mit der Umwelt verbunden und es
ist daher stets zu bedenken, daß das Umfeld der Antenne einen starken Einfluß
auf die Antenneneigenschaften haben kann (Bild 2). Das Prinzip einer Antenne
läßt sich durch Aufbiegen einer Zweidrahtleitung veranschaulichen (Bild 3): a)
Ein Sender schickt Hochfrequenz-Wellen in eine Zweidrahtleitung.
Zwischen den Drähten bildet sich ein pulsierendes elektrisches Feld, das sich
von der Leitung jedoch nicht lösen kann. b)
b) Das Leitungsende wird auseinandergebogen. Die Feldlinien werden
länger und stehen im rech-ten Winkel zu den Drähten. c)
Die Drähte sind im rechten
Winkel aufgebogen. Die Feldlinien haben eine Länge erreicht, die eine Ablösung
von den Drähten erlaubt. Das Gebilde strahlt eine elektromagnetische Welle ab,
wobei die Länge der beiden senkrechtenDrahtstücke der halben Wellenlänge
entspricht. Diese vereinfachte
Darstellung beschreibt den Grundbaustein fast jeder Antenne, den l/2-Dipol. Neben einem
elektrischen Feld (E), daß durch ein Spannungspotential (U) gebildet wird,
entsteht auch ein magnetisches Feld (H), das auf einem Strom (I) basiert (Bild
4). Die Amplitudenverteilungen der Felder entsprechen der Spannungs- bzw.
Stromverteilung auf einem Dipol. Wellenablösung vom Dipol bzw.
Wellen-ausbreitung erfolgen durch permanente Umwandlung von elek-trischer in
magnetische Energie und umgekehrt.Die dabei entstehenden elektrischen und
magnetischen Felder stehen orthogonal zur Ausbreitungsrichtung (Bild
5). 3.Grundbegriffe a) Polarisation: Als Polaristion wird die
Schwingungsrichtung des elektrischen Feldstärkevektors bezeichnet. Mobilfunk:
vertikale Polarisation Rundfunk: horizontale Polarisation b) Richtcharakteristik: Die Abstrahlcharakteristik
einer Antenne wird in den meisten Fällen durch Schnitte durch das horizontale
und vertikale Strahlungsdiagramm beschrieben. Im Mobilfunk (vertikale
Polarisation) entspricht das der magnetischen Feldkomponente (H-Ebene) und der
elektrischen Feldkomponente (E-Ebene). Für komplexe Antennen wird oftmals auch
eine räumliche Darstellung gewählt. c) Halbwertsbreite: Dieser Begriff steht für
den Öffnungswinkel der Antenne. Er wird gebildet durch die Punkte im
Horizontal- und Vertikaldiagramm, bei denen die Leistung um die Hälfte
abgesunken ist. Diese Punkte werden daher auch 3 dB-Punkte genannt. Die Dämpfung in dB wird mit
der Formel a = 10 log(P1/P2)
berechnet. Die entsprechenden Leistungen erhält man durch Entlogarithmieren. Hat man nur mehr die Hälfte
der Leistung, so errechnet sich für a = - 3dB. d) Antennengewinn: Durch den Antennengewinn
wird in Wirklichkeit nicht Energie gewonnen. Während eine Antenne ohne Gewinn
die Energie in alle Richtungen verteilt, konzentriert eine Gewinnantenne die Energie
auf bestimmte Winkelsegmente des Raumes. Bezugsgröße für die Gewinnangabe ist
meist der l/2-Dipol. Bei höheren Frequenzen kann der Gewinn auf den
isotropen Strahler bezogen sein. Dies ist eine in der Realität nicht
existierende Antenne, die auch in der E-Ebene ein Rundstrahldiagramm besitzt. Umrechnung: Gewinn (bez. auf isotropen
Strahler dBi) = Gewinn (bez. auf l/2-Dipol dBd) + 2,15 dB Der Gewinn einer Antenne
ist mit der Strahlungscharakteristik der Antenne verknüpft. Aus den
Halbwertsbreiten der Strahlungsdiagramme der horizontalen und vertikalen Ebene
läßt sich der Gewinn grob abschätzen (Bild 6). 4. Feststationsantennen a) Rundstrahler Die „klassischen“
Rundstrahler sind die Groundplane-Antenne und die Sperrtopf-Antenne (Bild 7).
Die Bezeichnungen deuten an, wie die Antennen vom Mast entkoppelt werden. In
einem Fall wird durch die drei Gegengewichtsstäbe eine leitende Ebene
nachgebildet, im anderen erreicht man die Entkopplung mit einem l/4-Sperrtopf. Letzterer
funktioniert jedoch nur schmalbandig, so daß z.B. zur Abdeckung des 2-m-Bandes
drei Ausführungen benötigt werden. Die Groundplane-Antenne dagegen ist
breitbandig über den gesamten Frequenzbereich. b) Rundstrahler seitlich am Mast Freie Mastspitzen, auf
denen obige Antennen montiert werden können, stehen nicht immer zur Verfügung.
Es wird sich daher nicht vermeiden lassen, Rundstrahler auch seitlich an den
Mast zu setzen, wodurch das Horizontaldiagramm jedoch stark verändert wird. Der
Abstand zum Mast hat einen entscheidenden Einfluß auf die
Strahlungscharakteristik. Bei einem Abstand Strahler-Mast von l/4
erhält man
eine Abstrahlung in Vorzugsrichtung, bei l/2 ein Zweiseitendiagramm
(siehe Bild 8). Allein durch die Wahl des
richtigen Abstandes kann somit das Strahlungsdiagramm dem Versorgungsgebiet
angeglichen werden. Für diese Montageart braucht man für Groundplane- und
Sperrtopf-Antennen einen entsprechenden Ausleger oder man benutzt einen Dipol,
dessen Befestigung bereits dafür ausgelegt ist. c) Gewinnrundstrahler Die bisher besprochenen l/2-Antennen strahlen bei
Montage an der Mastspitze nach allen Azimuth-Richtungen die gleiche Leistung ab
(Bild 7). Die vertikale Halbwerts-breite beträgt 78 Grad. Man erkennt,
daß sehr viel Energie nach oben und unten abgestrahlt wird, und damit für die
gewünschte Richtung in der horizontale Ebene verloren ist. Durch gleichphasiges
Zusammenschalten von einzelnen, übereinander angeordneten Dipolen in einem
Mittenabstand von einer Wellenlänge läßt sich die Halbwertsbreite verkleinern (Bild
9). Dadurch erhöht sich die abgestrahlte Energie in Richtung der
Horizontalen. Diesen Zuwachs nennt man Antennengewinn, der nichts anderes
bedeutet, als die Abstrahlung in bestimmte Richtungen zu bün-deln. Eine Verdopplung der
Dipolanzahl bewirkt jeweils einen Gewinnzuwachs von 3 dB (Leistungsverdopplung). Bild
10 zeigt ein Beispiel einer Gewinnantenne aus dem GSM-Bereich, bei der
mehrere Dipole in einem gemeinsamen Fiberglasrohr angeordnet sind. d) Antennenkombinationen In der Antennentechnik
werden oft Wünsche, die mit einer Einzelantenne nicht realisierbar sind, durch
eine Antennenkombination verwirklicht. Diese Kombination besteht aus mehreren
Einzelantennen und einem Speisenetzwerk (Leistungsver-teiler +
Verbindungskabel). Häufig wird eine Kombination aufge-baut, um mehr Bündelung
und Gewinn zu erzeugen. Es werden auch mehrere Antennen verwendet, um größere
Möglichkeiten zur Formung von horizontalen Strahlungscharakteristiken zu
erhalten. Durch Variation der Antennen-Anzahl, der Azimuthrichtungen, des
Abstands, der Phase und der Leistungsaufteilung lassen sich die verschieden-artigsten Richtcharakteristiken
erzielen. In Bild 11 sind drei einfache Beispiele dargestellt. Auch die
Erzeugung eines rundstrahlähnlichen Diagramms ist möglich. Die notwendige
Anzahl an Antennen steigt mit dem Durchmesser des Turms. Bei einem Durchmesser
von ca. 1,5 m sind bei 900 MHz bereits 8 Felder nötig. Die Rundstrahlung ergibt
sich nicht kontinuierlich, sondern bei jeder Felderanzahl existieren ein oder
zwei optimale Montagedurchmesser der Antennen. Die B erechnung solcher
Strahlungsdiagramme erfolgt durch Vektoraddition der Einzel-antennen nach
Betrag und Phase. Während der Betrag als Einzelstrahlungs-diagramm auf einem
Datenblatt angegeben ist, so ist die Phase eigentlich nur dem
Antennenhersteller bekannt. Sie ist jedoch für die Berechnung unerläßlich, eine
überschlägige Abschätzung nur mit dem Betrag kann zu völlig falschen Ergebnissen führen.
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