Elektrosmog raubt Schlaf
Salzburger Nachrichten, 24.02.2005

Radio, Fernsehgeräte und CD-Player auf "stand by" - der Elektrosmog in Wohnungen kann hoch sein. In Relation dazu ist die Handystrahlung gering. bregenz (SN, APA). Ein derzeit laufendes Forschungsprojekt der Technischen Universität Graz geht möglichen Zusammenhängen von Schlafstörungen und Elektrosmogbelastung nach. Insbesondere soll der Einfluss von elektromagnetischen Feldern von Mobilfunksendemasten untersucht werden. Am Dienstagnachmittag informierte der Grazer Elektrosmog-Forscher Norbert Leitgeb in Bregenz über Ergebnisse eines Pilotprojekts, die er mit Hilfe von drei Vorarlberger Probanden gewonnen hat. Die bisher durchgeführten Feldstudien haben ergeben, dass der Anteil des Mobilfunks an den Elektrosmog-Verhältnissen in den Wohn- und Schlafräumen der Probanden im Vergleich zu anderen Verursachern vergleichsweise gering war. Weiters habe sich gezeigt, dass Schlafgestörte "elektroempfindlicher" gewesen seien als Personen, denen der Schlaf weniger Probleme bereitete, sagte der Forscher. Weitere Schlüsse aus diesen Resultaten, etwa ob die Schlafqualität von der Elektroempfindlichkeit abhängig ist, wollte Leitgeb vor Abschluss der Hauptstudie nicht ziehen. Mit dem Endbericht ist im Frühjahr 2006 zu rechnen. Leitgeb hob speziell das besondere Design der Studie hervor. Erstmals habe man die physiologischen Messungen in den Wohnungen der Probanden und nicht unter Laborbedingungen vorgenommen, betonte Leitgeb. Damit hätten die Testteilnehmer in ihrer gewohnten Umgebung verbleiben und ihren normalen Tagesrhythmus beibehalten können. Der Schlaf der Probanden, die in der Nähe von Mobilfunksendemasten wohnen, wurde jeweils zwölf Nächte lang beobachtet: Ihre Hirnströme wurden per Elektroenzephalogramm (EEG) überwacht, die Augenbewegungen mit einem Elektro-Okulogramm festgehalten. Parallel dazu wurde die Herztätigkeit erhoben. An jedem Abend wurden die Elektroempfindlichkeit der Probanden gemessen und mehrere Reaktionstests durchgeführt. Die Auswirkungen von Veränderungen der elektromagnetischen Feldstärke auf Schlafgüte und der Erholungseffekt der Probanden wurden mit Hilfe einer Elektrosmogabschirmung untersucht. Die Probanden wurden aber im Unklaren darüber gelassen, ob sie in der Nacht Elektrosmog ausgesetzt waren oder nicht.