Kleine Zeitung  5. März 2002, Steiermark

Alarmglocken schrillen: Handy als Tumorrisiko

Verursachen Handystrahlen Gehirntumoren? Eine schwedische Studie alarmiert Salzburger Umweltmediziner, die eine Untersuchung starten.

In Salzburg läuten die ersten Alarmglocken: Neue Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass Handystrahlen schuld sein könnten an Gehirntumoren. Umweltmediziner des Landes planen nun eine groß angelegte Studie, die den Verdacht überprüfen soll.

Rund 250 Salzburger, die in den vergangenen vier Jahren an Gehirntumoren, an Leukämie oder an Lymphdrüsenkrebs erkrankt sind, werden untersucht. Experten messen dabei die Strahlung in ihren Wohnungen als auch am Arbeitsplatz, am Tag und in der Nacht; Stromanschlüsse spielen dabei ebenso eine Rolle wie Strommasten, die sich in der Nähe befinden, bestätigt Gerd Oberfeld, Umweltmediziner des Landes Salzburg. Eine aktuelle Studie aus Schweden habe gezeigt, dass bei Handynutzern, die vor zehn Jahren begonnen haben, mobil zu telefonieren, ein um 70 Prozent erhöhtes Risiko für Gehirn-tumoren besteht. Die Untersuchungen in Salzburg sind auf drei Jahre angelegt.

Erst im August des Vorjahres ergab eine Studie des Landes Salzburg, dass 19 Prozent der Jugendlichen und Erwachsenen Elektrosmog in Form von Kopfschmerzen, Konzentrationsproblemen, Schlafstörungen etc. spüren – dies könne zu schweren Beeinträchtigungen führen.