15.05.2006 20:40  KLEINE ZEITUNG

 

Handy-Broschüre für Kinder
300 Kinder präsentierten in Bad Aussee eine Informations-Broschüre zum Thema "Handy und Gesundheit". Wunsch nach neuem Sender bereits deponiert.

Wenn er aufdreht, schaltet man sein Mobiltelefon lieber ab. Die Rede ist vom Bad Ausseer Gymnasiallehrer Harald Gerstgrasser, der sich in den letzten Jahren zu einem Experten in Sachen Mobilfunk und Strahlen entwickelt hat. Er ist ein gefragter Mann, wenn Mobilfunk-Gesellschaften wieder einmal einen neuen Sender im bewohnten Gebiet installieren möchten und kann es bei Bauverhandlungen auch fachlich locker mit jedem Techniker aufnehmen.
Kabellos. Mit seinen Schülern hat er immer wieder Projekte zum Thema Elektrosmog gemacht und wurde mit der Aktion "Kabellos" unter knapp 100 Bewerbern sogar mit dem Staatspreis des Unterrichtsministeriums ausgezeichnet.
Vortrag.
Jetzt gab es ein neues Projekt: Schulübergreifend wurde mit der Volksschule in Bad Aussee, dem Erzherzog-Johann-Gymnasium sowie dem Kinderbüro Graz ein "Handyfolder für Kinder" präsentiert, in dem über die Risken des Handytelefonierens aufgeklärt wird. 300 Volksschüler gestalteten den Auftritt mit einem eigenen Handytanz, Fachreferenten standen Rede und Antwort und Jugendliche hielten zum Thema Impulsreferate.
Kampf. In Bad Aussee hat man bisher vor allem gegen einen Sender im Ortsteil Straßen mobil gemacht. Wie berichtet, hat der Gemeinderat als Berufungsinstanz - nachdem Bürgermeister Otto Marl den Bau abgelehnt hat - der Realisierung ebenfalls eine Absage erteilt. "Wir werden diesen Kampf nicht aufgeben", so Gerald Reischauer von der Bürgerinitiative. Jetzt ist das Land am Zug.
Neuer Sender. Mittlerweile gibt es im Ausseerland die nächste Begehrlichkeit, einen Sender aufzustellen. Gewünschter Standort ist beim Zinken in der Nähe des Bahnhofes. "Das sind nur wenige Hundert Meter Luftlinie zum Bundesschulzentrum", so Gerstgrasser. Bei einer Installierung in entsprechender Höhe könnte man zwar vermeiden, dass die Strahlungskeule direkt auf die Schule trifft. "Allerdings wären dann andere Gebiete von Bad Aussee betroffen", so Gerstgrasser.

Christian HUEMER