Hochbegabtenförderung am BORG:
Alexander BORS, 7B-NAWI
Mathematik und Französisch

Alexander BORS, Mag. Harald Gerstgrasser(v.r.)

Auf Vermittlung seines Mathematikprofessors Mag. Harald Gerstgrasser nahm Alexander BORS, Schüler der siebenten Klasse des naturwissenschaftlichen Zweiges des BORG Bad Aussee an der „Woche der Modellierung mit Mathematik“ auf Schloss Seggau teil. Dies ist eine einwöchige Veranstaltung für hochbegabte SchülerInnen unter Betreuung von Universitätsprofessoren, die in kleinen Gruppen reale Probleme aus verschiedensten Bereichen bearbeitet, und zwar mit Hilfe mathematischer Modelle. Alexander Bors hatte sich dem Thema „Kryptographie“ verschrieben, ein Gebiet, das sich mit der Verschlüsselung von Daten beschäftigt. Zum Abschluss der Woche gab es eine Präsentation aller Arbeiten, von der die anwesenden Professoren begeistert waren. „Wir nehmen unseren Auftrag, hochbegabte Schüler zu fördern und ihnen die Möglichkeit zur Weiterentwicklung zu bieten, ernst und sehr gerne wahr, Alexander Bors hat sicher eine sehr große Zukunft vor sich“, meint Mag. Gerstgrasser.

Doch Alexander BORS konnte noch einen weiteren großartigen Erfolg verbuchen:
Anlässlich des 400-jährigen Gründungsjubiläums von Quebec in Kanada wurde von Tele-Quebec ein internationaler Sprachwettbewerb in französischer Sprache ausgeschrieben. Bei der Österreichausscheidung konnte sich Alexander Bors, Schüler der 7B-Klasse des Borg Bad Aussee, durchsetzen und den Bewerb für sich entscheiden. Das obwohl er den Französisch-Unterricht als zweite lebende Fremdsprache erst ab der fünften Klasse besucht, sich aber gegen Mitbewerbern aus Gymnasien behaupten konnte. Am 15. März geht's zum Finale nach Kanada.

 

„Woche der Modellierung mit Mathematik“ 2008, Schloss Seggau
Ein Bericht von Alexander Bors

 

Am 13. Jänner 2008 wurde ich von meinen Eltern frühmorgens geweckt, um rechtzeitig im Schloss Seggau anzukommen. Der Grund war die dort stattfindende „Woche der Modellierung mit Mathematik“, über die mich mein Mathematik-Professor, Herr Prof. Mag. Harald Gerstgrasser, informiert und zu der er mich auch angemeldet hatte. Eine Woche der intensiven Beschäftigung mit meinem Lieblingsfach lag also vor mir.

Mein Vater brachte mich im Auto dorthin, ungefähr um 8 Uhr kamen wir vor dem imposanten Schloss an. Unser erster Weg führte uns in die Rezeption, wo ich meinen Zimmerschlüssel erhielt. Sogleich machte ich mich auf, das Gepäck ins Zimmer zu bringen und es zu beziehen. Anschließend ging es ins Kongresszentrum, wo schon viele andere an der Woche interessierte Jugendliche waren. Dort nahm ich auch von meinem Vater Abschied, der die Heimreise nach Bad Aussee antrat.

Nach kurzem Warten wurden wir in einen großen Seminarraum gerufen, wo uns die Universitäts-Professoren der Karl-Franzens-Universität Graz, mit denen wir zusammen arbeiten würden, herzlich begrüßten und uns „ihre“ Themen vorstellten. Es galt, sich unter folgenden Aufgaben die auszusuchen, die einem am meisten zusagte, wobei mit einem Punktesystem gearbeitet wurde:

            Sportwissenschaften: Reflexion von Bällen

            Geometrische Optimierung: Verlegung einer Rohrleitung mit minimalen Kosten

            Raumfahrt/Mechanik: Bau eines Liftes von der Erdoberfläche zu geostationärem Satelliten

            Kryptographie: Benutzeridentifikation

            Energieressourcen: Peak Oil

Ich wählte das Thema „Kryptographie“, da es mich von allen Themen am meisten ansprach, zumal ich mich damit bereits in Ansätzen auseinandergesetzt hatte. Nach der „Wahl“ hatten wir Zeit, noch einmal auf unsere Zimmer zu gehen, wo ich auch meinen Zimmergenossen, Gernot Haselmann aus Murau, kennen lernen konnte.

Beim nächsten Treffen im Seminarraum, das ungefähr um 11 Uhr stattfand, wurden wir dann in die entsprechenden Gruppen eingeteilt (ich kam nach meinem Wunsch in die Kryptographie-Gruppe) und gaben auch unsere Anmeldungsformulare mit 75 € Unkostenbeitrag ab. Danach gab es wieder etwas Freizeit, bis zum Mittagessen um 12 Uhr, das wir in einem der Speisesäle des Schlosses zu uns nahmen. Es schmeckte ausgezeichnet!

Um 13 Uhr bezogen die Teilnehmer ihre jeweiligen Seminarräume und das Arbeiten begann. Mit mir zusammen arbeiteten Florian Andritsch, Florian Mikulik, Stefanie Kaiser, Wolfgang Hrauda, Paul Laufer sowie Herr Univ.-Prof. Dr. Günter Lettl.

Außer während der Mahlzeiten, d. h., dem Frühstück um 8 Uhr, dem Mittagessen um 12 Uhr und dem Abendessen um 18 Uhr, sowie des Abends blieben wir auch immer in unseren Gruppen. Die Arbeit bestand aus zwei Teilen: Den größten Teil der Zeit arbeiteten wir alleine oder zu zweit zu speziellen Themen, die wir uns aussuchen konnten. Zwischendurch gab uns Herr Lettl nützliche allgemeine Informationen, z. B. zu Benutzeridentifikation selbst, zu den angewandten Methoden und deren mathematischen Hintergründen. Ich hatte mich ganz der Untersuchung so genannter „Hash-Funktionen“, die bei der Benutzeridentifikation eine große Rolle spielen, verschrieben und behandelte den eher theoretischen Teil des Problems, Stefanie kümmerte sich um Passwörter und die anderen vier versuchten, nachdem sie zur Übung bereits bestehende Hash-Funktionen ebenfalls genauer unter die Lupe genommen hatten, einen eigenen Hash-Algorithmus zu schaffen, was ihnen auch gelungen ist. Ihr „Opus Magnum“ nannten sie „Megatron“.

Aufgelockert wurde das ansonsten eher intensive Programm durch einen gemeinsamen Ausflug ins nahe gelegene Leibnitz am Mittwoch, wo wir uns außerdem mit Gebrauchsgegenständen eindecken konnten. Am Abend sorgte zusätzlich die nette Betreuerin Mag. Melanie Wogrin, die auch für das Drumherum (allgemeine Präsentation, Einsammeln der Gruppenberichte, ...) zuständig war. Am Freitag bereiteten dann die Gruppen jeweils ihre Präsentationen vor, die am nächsten Tag, Samstag, den 19. Jänner, im großen Konferenzsaal des Schlosses allen Interessierten, v. a. aber den Verantwortlichen und Sponsoren der Woche, vorgeführt werden sollten. Auch hier gestaltete bei uns jeder seinen Teil der Präsentation für sich, diese Teile wurden dann zusammengefügt, die graphische Gestaltung vereinheitlicht und anschließend die gesamte Präsentation einmal zur Probe durchgespielt. So begaben wir uns an diesem letzten Abend auf dem Schloss mit der Sicherheit, eine gute Präsentation liefern zu können, zu Bett.

Natürlich waren dann um 10 Uhr trotzdem alle sehr aufgeregt, zumal viele Eltern und teilweise sogar Lehrer gekommen waren, um die Vorträge ihre Kinder bzw. Schüler zu hören. Unter ihnen waren auch meine Eltern. Die Präsentation bestand aus einem allgemeinen Teil, in dem Prof. Stephen Keeling, ebenfalls Professor der Karl-Franzens-Universität und Betreuer des Projektes „Energieressourcen“, Frau LSI Mag. Marlies Liebscher, Herr Univ.-Prof. Dr. Franz Kappel sowie der Vize-Rekor der Grazer Universität, Ao. Univ.-Prof. Dr. Martin Polaschek, alle Anwesenden begrüßten. Dann folgten auch schon die einzelnen Präsentationen der Gruppen, und zwar auch in der oben genannten Reihenfolge. Die Zuhörer waren alle von den Ergebnissen der harten Arbeit begeistert. Kurz vor 13 Uhr war dann nach ein paar wieder von Herrn Keeling kommenden abschließenden Worten alles vorbei, ich verließ das Schloss mit meinen Eltern und wir fuhren zusammen wieder nach Bad Aussee zurück.

Mir hat die Woche sehr gut gefallen, es war schön, einmal die Möglichkeit zu bekommen, mich mit Gleichgesinnten auszutauschen. Das Essen war auch sehr gut, leider hatte ich auch mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen und die Unterkunft hätte besser sein können, doch das Positive überwog eindeutig. Ich kann allen mathematisch interessierten Jugendlichen der 11. und 12. Schulstufe eine Teilnahme nur empfehlen, es wird sicherlich eine Bereicherung für sie sein. So schließe ich also meinen Bericht und hoffe, ich habe in Einigen das Interesse für die Woche oder die Beschäftigung mit Mathematik im Allgemeinen wecken können.

 

Alexander Bors, am 25. Jänner 2008