Mag. Rupert PEINSIPP
(Direktor)
Chronik zum Werdegang „Neue Oberstufe“
Der vorliegende und vom SGA am 28.04.2004 beschlossene Entwurf basiert auf der gesetzlichen Grundlage, Verordnung d. BMBWK vom 29.11.2002, und hat das Ziel, den geänderten Rahmenbedingungen (Forderungen der Gesellschaft, den Anforderungen im Alltag, in der Wirtschaft, in den weiterführenden Ausbildungseinrichtungen, der Profilbildung der Schule mit Standortsicherung) Rechnung zu tragen.
Bemerkenswert ist die Tatsache, dass dieser Vorschlag vom Lehrerkollegium dankenswerterweise ohne beschäftigungspolitische Aspekte erarbeitet wurde!
Um überhaupt Freiheiten im autonomen Bereich zu ermöglichen, wurde vorerst im Fundamentum in allen Gegenständen auf die Minimalzahl reduziert.
Nunmehr wurden jene Fächer, welche einerseits bereits im Schuljahr 2003/04 gekürzt wurden, bzw. welche aus der Sicht des Kollegiums Grundkompetenzen vermitteln sollen „aufgewertet“.
Englisch: + 1 Std. (bereits gekürzt; sprachl. Kompetenz)
Französisch/Latein + 2 Std. (sprachl. Kompet./Erhaltung d. Studienberechtigung)
GWK; GSK: + 1 Std. (bereits gekürzt; Ermöglichung eines „Unternehmerführerscheines)
BIUK; Ch →NAT: je + 0,5 Notwendigkeit im Hinblick auf „SCIENCE“
Eine einheitliche 9. Schulstufe ohne Typenunterschiede wurde (leider?) nicht erreicht. Die Unterschiede liegen in den Fächern Physik bzw. Instrumentalunterricht.
Im Hinblick auf drohende Klassenzusammenlegungen, wenn keine erkennbaren inhaltlichen Unterschiede vorhanden sind, mag dieser Umstand gar nicht so bedauerlich sein!
Die schulautonomen Fächer sind profilbildend und nach Möglichkeit im Hinblick auf die Novellierung der Reifeprüfungsverordnung maturafähig. Für diese Gegenstände sind bis zum Beginn des Schuljahres 2004/05 eigene Lehrpläne zu erstellen.
Die Zahl der Wahlpflichtgegenstände (schülerautonom) konnte einerseits im Hinblick auf die Gesamtstundezahl 130 nicht im wünschenswerten Ausmaß eingeplant werden, andererseits kann sich eine Kleinschule (GRENZLANDZWERGBORG) eine Vielzahl an WAPF-Gruppen auf Grund des limitierten Stundenkontingentes ohnehin nicht leisten. Aus dieser Verantwortlichkeit wurde dieser Bereich zu Gunsten des schulautonomen Bereiches beim Minimum belassen.
Ein Aspekt war schließlich auch noch, eine annähernd gleichmäßige Stundenbelastung über die Jahrgänge bzw. Zweige zu erreichen.
Hier nun die Stundentafel, die ab dem Schuljahr 2004/05 aufsteigend in Kraft tritt:
Broschüre zur Oberstufenreform
|
Stundentafel Erzherzog-Johann-BORG BAD AUSSEE
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OBERSTUFE-NEUab dem Schuljahr 2004/05 |
ORG (naturwissenschftl.) |
ORG (musisch) |
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|
5 |
6 |
7 |
8 |
Σ |
ΔE |
5 |
6 |
7 |
8 |
Σ |
ΔE |
||||||||||||||
|
Religion |
2 |
2 |
2 |
2 |
8 |
|
2 |
2 |
2 |
2 |
8 |
|
|||||||||||||
|
D |
3 |
3 |
3 |
3 |
12 |
|
3 |
3 |
3 |
3 |
12 |
|
|||||||||||||
|
1.LFS |
3 |
3 |
3 |
3 |
12 |
+1 |
3 |
3 |
3 |
3 |
12 |
+1 |
|||||||||||||
|
2.FS |
3 |
3 |
3 |
3 |
12 |
+2 |
3 |
3 |
3 |
3 |
12 |
+2 |
|||||||||||||
|
GSK |
1 |
2 |
2 |
2 |
7 |
+1 |
1 |
2 |
2 |
2 |
7 |
+1 |
|||||||||||||
|
GWK |
2 |
1 |
2 |
2 |
7 |
+1 |
2 |
1 |
2 |
2 |
7 |
+1 |
|||||||||||||
|
M2 |
3 |
4 |
3 |
3 |
13 |
|
3 |
3 |
3 |
3 |
12 |
|
|||||||||||||
|
BIUK |
2 |
1,5 |
2 |
2 |
7 |
2 |
2 |
|
2 |
6 |
|
||||||||||||||
|
CH3 |
|
1,5 |
2 |
2 |
5 |
|
|
2 |
2 |
4 |
|
||||||||||||||
|
PH3 |
1 |
2 |
2 |
2 |
7 |
|
|
1 |
2 |
2 |
5 |
|
|||||||||||||
|
PUP |
- |
- |
2 |
2 |
4 |
|
|
|
2 |
2 |
4 |
|
|||||||||||||
|
INF |
2 |
- |
- |
- |
2 |
|
2 |
|
|
|
2 |
|
|||||||||||||
|
MU4A |
2 |
1 |
- |
- |
3 |
|
2 |
2 |
- |
- |
4 |
|
|||||||||||||
|
BE4A |
2 |
1 |
- |
- |
3 |
|
2 |
2 |
- |
- |
4 |
|
|||||||||||||
|
MU4A/BE4A alternativ |
- |
- |
2 |
2 |
4 |
|
- |
- |
2 |
2 |
4 |
|
|||||||||||||
|
Instrument / BGW |
- |
- |
- |
- |
- |
|
2 |
2 |
1 |
1 |
6 |
|
|||||||||||||
|
LUM/LUK |
3 |
2 |
2 |
1 |
8 |
|
3 |
2 |
2 |
1 |
8 |
|
|||||||||||||
|
Fundamentum |
29 |
26 |
30 |
29 |
114 |
+5 |
30 |
28 |
29 |
30 |
117 |
+5 |
|||||||||||||
|
schulautonom |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|||||||||||||
|
Rhetorik+Kommunikation+ Präsentation+wissenschftl. Arbeiten |
1,5 |
1 |
1,5 |
|
4 |
|
1,5 |
1 |
1,5 |
|
4 |
|
|||||||||||||
|
Profilbildende Fächer |
SCIENCE |
Labor Biologie |
|
1,5 |
1 |
|
|
S C H W E R P U N K T |
|
|
|
|
|
|
|||||||||||
|
Labor Chemie |
|
|
1,5 |
1 |
8 |
|
|
|
|
|
|
||||||||||||||
|
Labor Physik (e-learning+Methoden der Natuw.) |
|
1 |
|
1 |
|
|
|
|
|
|
|
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|
Labormathematik |
1 |
||||||||||||||||||||||||
|
Kreativ- techniken |
Darst. Spiel |
|
|
|
|
|
|
|
|
1 |
|
|
|
||||||||||||
|
Film- u. Mediendesign |
|
|
|
|
|
|
|
2 |
|
|
5 |
|
|||||||||||||
|
Rhythmik - Bewegung |
|
|
|
|
|
|
1 |
1 |
|
|
|
|
|||||||||||||
|
Schülerautonom (WAPF) |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
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|
WAPF |
|
(2) |
(2) |
(2) |
4 |
G |
|
(2) |
(2) |
(2) |
4 |
G |
|||||||||||||
|
|
|
|
|
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|
|
|
|
|
|
|
|
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|
Gesamt |
30,5 |
29,5 (32,5) |
35(37) |
31 (33) |
130 |
G |
32,5 |
32 (34) |
33,5 (31,5) |
32 (29) |
130 |
G |
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ΔE ….. Abweichung von der Minimalanzahl Σ ……. Summe der Fachstunden
# gilt als ein Fach mit eigenem Lehrplan und ist als solches maturafähig (zusätzliche Reifeprüfung!)
G je nach Aufteilung der Wahlpflichtgegenstände 6.+7. / 6.+8. / 7. + 8. Klasse
Hans Michael ROITHNER
ERZHERZOG JOHANN- BORG „neu“
Kurzbericht über die Oberstufenreform
Vor fünf Jahren gelang uns in rekordverdächtiger Zeit die Entwicklung eines attraktiven, herzeigbaren Leitbildes für unsere Schule, an dem sich alle weiteren Schritte der Schulentwicklung orientieren sollten. In ähnlichem Tempo – wenn auch mit längerer „Inkubationszeit“, ausgefüllt mit Schulvergleichen und intensivem Studium alternativer Modelle, wie etwa des Wiener Modulsystems – erstellten wir in diesem Schuljahr ein Konzept für eine neue Oberstufe. Besonders erfreulich dabei, dass trotz widriger Rahmenbedingungen – die vom Ministerium im Mai 2003 überfallsartig verordneten Stundenkürzungen waren, gelinde gesagt, wenig hilfreich – und längerer Unsicherheit, die Zusammenarbeit der drei Schulen im Bundesschulzentrum betreffend, rasch ein Konsens hergestellt werden konnte. Fächeregoismus und Feilschen um Stunden hat es dabei nicht gegeben!
Die Eckpunkte der Reform im Telegrammstil:
In der 5. Klasse zwischen Latein und Französisch
In der 5. Klasse zwischen naturwissenschaftlich und musisch (mit Instrument bzw. mit Bildnerischem Gestalten )
Ab der 6. Klasse zwischen den Wahlpflichtfachgruppen 3. Fremdsprache ( Italienisch bzw. Spanisch), Informatik bzw. Recht-Wirtschaft-Politik bzw. zwischen sämtlichen anderen Pflichtgegenständen ( ausgenommen Leibesübungen )
Rhetorik und Kommunikation (5.Klasse), Präsentation (6. Klasse) , Theorie und Praxis wissenschaftlichen Arbeitens (7. Klasse)
Abgerundet werden soll dieses attraktive Angebot durch noch zu entwickelnde fächerübergreifende Wahlpflichtfächer sowie – abhängig vom Stundenkontingent - durch ein entsprechendes Angebot an Freigegenständen (z.B. Französisch für Lateiner) bzw. Unverbindlichen Übungen (etwa im sportlichen Bereich).
Im Herbst 2004 beginnen damit mit den beiden fünften Klassen die – nicht unspannenden „Mühen der Umsetzung“ – wir Lehrer freuen uns auf diese Herausforderung!
DIE OBERSTUFENREFORM aus Sicht der Personalvertretung
(OstR. Mag. Roswitha Targosinski)
Die Personalvertretung hat in der Schule vor allem die Interessen der Kolleginnen und Kollegen gegenüber der Direktion wahrzunehmen, wie z.B. bei Lehrfächerverteilung, Stundenplan, Pragmatisierung, Ernennung und Überstellung, Teilnahme an Seminaren und Schulveranstaltungen. Der Personalvertreter hat aber auch beratende Aufgaben und soll Hilfestellungen bei Konflikten mit Schülern, Eltern und Vorgesetzten geben. Die Arbeit eines Personalvertreters ist relativ leicht, wenn die Rahmenbedingungen für Schule und Unterricht passen, das heißt, wenn man nicht gegen zu geringe Schülerzahlen, Klassenzusammen-legungen und daraus resultierende Versetzungen und Kündigungen, Stundenkürzungen usw. zu kämpfen hat. In Zeiten des Sparens wird es für Kleinschulen, wie wir eine sind, immer schwieriger, vor allem im Konkurrenzkampf im Werben um Schüler gegen andere benachbarte Schulen durch attraktive Angebote zu bestehen.
Um in Zukunft unseren Standort besser abzusichern, denke ich, kommt uns die Oberstufenreform sehr entgegen. Sie ist eine Chance für unsere Schule, unser Bildungsangebot noch vielfältiger, vor allem aber auch gegenwartsbezogener und ganz besonders auf die Zukunft ausgerichtet, zu gestalten.
In einer Zeit, in der Fakten und Fachwissen jedem zugänglich und Informationen jederzeit abrufbar sind, in der die Halbwertszeit des Wissens in einigen Berufen inzwischen nur noch ein bis drei Jahre beträgt, sind heute andere Kompetenzen als noch vor fünf Jahren gefragt. Universitäten und Bildungsexperten setzen neben der fachlichen Souveränität vermehrt auf die sogenannten Schlüsselqualifikationen. Auch von Seiten der Wirtschaft gibt es ganz klare Erwartungshaltungen. Qualifikation wie Kommunikations-, Kooperations- und Kontaktfähigkeit, wie Anpassungsbereitschaft, Flexibilität, Fähigkeit zum Denken in Zusammenhängen, Lernbereitschaft, Methodenbeherrschung oder auch Orientierung an Leistungs- und Wertmaßstäben, Selbsttätigkeit, Verantwortung und Belastbarkeit werden zunehmend mehr gefordert und verlangt. Auch Teamfähigkeit spielt in der späteren Berufswelt unserer Schüler eine immer größere Rolle.
All diese Dinge wollen wir verstärkt in unseren neuen Schwerpunkten anbieten. Die Schwerpunkte sollen sein:
„Kreativtechniken“ (mit Darstellendem Spiel , Film- und Mediendesign , Rhythmik und Bewegung) für das ORG mus., sowie
„Science“ (mit Labor Biologie, Labor Chemie und Labor Physik, spez. e-learning+Methoden der Naturw.) für das ORG naturwissensch.
Außerdem sollten schulautonom für jeden Schüler die Fächer „Rhetorik+Kommunikation+Präsentation+wissenschaftl. Arbeiten“ verpflichtend sein.
Durch diese Schwerpunktsetzungen denke ich, können wir außerdem unserer Schule ein deutliches Profil geben und dadurch den Schulstandort sichern.
Ich hoffe und denke, wie bereits das Interesse am Tag der offenen Tür gezeigt hat, dass die Schwerpunkte gut angenommen werden und wir damit den Jugendlichen jene Kompetenzen mitgeben können , die heutzutage von ihnen erwartet werden.
Durch die neue Oberstufe sehe ich als Personalvertreterin eine interessante Herausforderung für alle an unserer Schule tätigen Lehrer und erwarte mir davon eine große, zufriedene Schulgemeinschaft.